Aus der Praxis - Klartext reden!

Häufige Fragen und Antworten

Frage

„Mein Sohn (15 Jahre) will eine Party feiern, auf der es auch Alkohol geben soll. Was muss ich dabei beachten?“

Antwort
Prinzipiell sollten Sie als Eltern Ihrem Sohn klarmachen, dass Bier, Wein oder Sekt nur von Gästen konsumiert werden dürfen, die älter als 16 sind, Spirituosen und spirituosenhaltige Getränke sind erst ab 18! Das gilt bei Ihnen zu Hause genau so wie in jeder Kneipe! Ihr Sohn sollte die Spielregeln mit seinen Freunden im Vorfeld besprechen, damit diese nicht mit „falschen Erwartungen“ anrücken.

Weiterhin sollten Sie mit Ihrem Sohn fest vereinbaren,

  • dass niemand alkoholische Getränke mitbringen darf und dies auch kontrolliert wird,
  • dass keine alkoholischen Getränke während der Party nachgekauft werden, wenn im Verlauf des Abends der Alkohol ausgeht,
  • welche "Belohnung" Ihr Sohn erhält, wenn die vereinbarten Regeln eingehalten werden (z. B. einen gemeinsamen Konzertbesuch, ein gemeinsames Essen, der Besuch eines Fußballspiels etc.), aber auch, welche „Bestrafung“ erfolgt, wenn die Einhaltung der Regeln nicht klappt (z. B. Einschränkung von Freizeitaktivitäten, Übertragung von Hausarbeiten etc.)

Frage

„Morgen feiert meine 16-jährige Tochter bei uns zu Hause eine Party. Wir haben nach langen Diskussionen zugestimmt, dass die Party in unserem Partykeller stattfinden kann. Lange Diskussionen deshalb, weil bei der letzten Party einige Jungs Wodka-Flaschen eingeschmuggelt hatten. Bis wir das mitbekommen hatten, war es zu spät und einige Jungs ziemlich angetrunken. Wie können wir so etwas verhindern?“

Antwort
Das ist eine Frage, die uns auch in den Workshops immer wieder gestellt wird. Auch hier gilt: Vereinbaren Sie vor der Party mit Ihrer Tochter klare Regeln! Damit diese auch eine gewisse Gültigkeit haben, ist es hilfreich, die Regeln vorher aufzuschreiben oder symbolisch von der Tochter unterschreiben zu lassen. Damit trägt sie die Verantwortung für die Party und das Verhalten der Freunde. Vereinbaren Sie, dass es, wie bei einer Disco auch, eine Art Einlasskontrolle gibt. Wenn Sie also festgelegt haben, dass es auf der Party keine Spirituosen oder spirituosenhaltige Getränke gibt, da die Gäste noch keine 18 Jahre alt sind, sollte das auch kontrolliert werden. Die eingeschmuggelten Flaschen sollten dann von der Tochter (besser als von den Eltern) kassiert werden. Versuchen Sie immer die Jugendlichen in die Einhaltung von Regeln einzubeziehen, es nutzt wirklich nichts, wenn Sie alle 30 Minuten einen Kontrollgang machen. Dann wird sich die Party schnell auf die Straße verlagern. Weitere Regeln können z. B. auch sein, dass im Laufe des Abends keine alkoholhaltigen Getränke nachgekauft werden oder dass keine alkoholhaltigen Getränke außerhalb des Partykellers getrunken werden dürfen. Setzen Sie sich also mit Ihrer Tochter vorher zusammen und überlegen Sie gemeinsam, welche Spielregeln für die Party gelten sollen! Vergessen Sie nicht, auch nach der Party ein Gespräch über die Einhaltung der Regeln zu führen und mögliche Konsequenzen für das nächste Mal zu ziehen.

Frage

„Meine Tochter (15) kommt immer häufiger spät abends mit Freunden nach Hause und riecht nach Alkohol. Was kann ich als besorgte Mutter tun, dass sie in ihrem Alter nicht mehr so viel trinkt?“

Antwort
Dass Ihre Tochter ab einen gewissen Alter mehr Zeit mit den Freunden verbringt ist ganz normal. Auch dass sie ihre Grenzen austestet. Sie sollten auf keinen Fall die große Standpauke halten, sondern erst mal im Gespräch die Gründe suchen, warum Ihre Tochter Alkohol getrunken hat. Ist es der Gruppendruck? Hat Ihre Tochter Stress in der Schule? Liebeskummer? Erst wenn Sie die Hintergründe wissen, können Sie andere Wege aufzeigen, ein Problem zu lösen als mit Alkohol! Wie gesagt, Standpauken bringen nichts! Zeigen Sie Ihrer Tochter, dass sie mit allen Problemen zu ihren Eltern kommen kann! Fragen Sie auch, wo Ihre Tochter Alkohol trinken konnte, denn als 15-Jährige sollte sie noch keinen Alkohol ausgeschenkt bekommen. Wenn Sie so ein „Schwarzes Schaf“ in Handel oder Gastronomie ausmachen können, beschweren Sie sich als engagierte Mutter bei der Geschäftsleitung.

Frage

„Mein Sohn will zur Geburtstagsparty eines Freundes (16) gehen, wo auch übernachtet werden soll. Die anderen Gäste kenne ich nicht, die Eltern des Gastgebers sind auch während der Nacht nicht zu Hause. Mir ist nicht wohl dabei und ich möchte das nicht erlauben.“

Antwort
Grundsätzlich sollten Sie die Entscheidung, ob Sie Ihrem Sohn die Teilnahme an der Geburtstagsparty erlauben oder nicht, auch von Ihrem Bauchgefühl abhängig machen. Wenn Sie also ein schlechtes Gefühl haben, wenn Ihr Sohn dort hingeht, dann hat das ja auch gute Gründe, die Sie geschildert haben. Sie sollten Ihre Bedenken und Sorgen bei Ihrem Sohn offen ansprechen. Am Ende sollte Ihre Entscheidung davon abhängig sein, inwiefern Sie Ihrem Sohn vertrauen, dass er sich an Absprachen (keine alkoholhaltigen Getränke als 15-jähriger, feste Abholzeit etc.) hält. Grundsätzlich sollten Sie sich als Elternteil natürlich für den Freundeskreis Ihres Kindes interessieren und wissen, mit wem es seine Freizeit verbringt. Dann ist es auch einmal möglich, sich im Vorfeld einer solchen Party mit anderen Eltern darüber auszutauschen, dass die Eltern des minderjährigen Gastgebers natürlich Verantwortung tragen, wenn eine Party in deren Räumlichkeiten stattfindet. Aus Ihrer Frage höre ich jedoch heraus, dass Sie eher bezweifeln, dass bei dieser Party jemand darauf achtet, dass z. B. der Jugendschutz in Bezug auf alkoholhaltige Getränke eingehalten wird. Ein Patentrezept und eine Standardantwort gibt es auf Ihre Frage trotzdem nicht, denn das hängt immer vom Vertrauensverhältnis zu Ihrem Kind ab. Da Sie aber bereits für sich entschieden haben, dass Sie die Teilnahme eher nicht erlauben wollen, sollten Sie dies auch mit Ihren Sorgen begründen und auf die Gefahren hinweisen, die Anlass zu dieser Sorge sind. Dazu finden Sie auf dieser Seite viele Anregungen. Vielleicht können Sie Ihrem Sohn als Belohnung für sein Verständnis einen gemeinsamen Ausflug, Schwimmbadbesuch oder Konzertbesuch mit seinen Freunden in Aussicht stellen.

 
Fragen an das „Klartext-Team“

Gerne können Sie uns Ihre persönliche Frage zum Thema „Klartext reden!“ – Gespräche mit Kindern über das Thema alkoholhaltige Getränke, schicken. Unser „Klartext-Team“, bestehend aus geschulten Psychologen, beantwortet Ihre Fragen und gibt Ihnen gerne Tipps und Hilfestellungen. Wenn Sie einverstanden sind, veröffentlichen wir Ihre Frage mit dem Rat der Psychologen hier auf der Homepage – selbstverständlich anonym!

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